Auto mieten in Spanien: alles was man wissen muss

Mietwagen MallorcaEin Auto mieten ist nicht schwer und der Anmietprozess unterscheidet sich kaum von einem Land zum anderen. Vor allem bei den internationalen Autovermietungen sind die Abläufe die gleichen, ganz egal ob man den Wagen in Frankfurt, London oder Madrid abholt.

Ein paar kleine Besonderheiten gibt es aber von Land zu Land doch. Damit Ihr Aufenthalt in Spanien nicht von Mietwagenärger überschattet wird, haben wir hier ein paar Infos und Tipps zusammengestellt.

Besonderheiten bei Mietwagen in Spanien

Damit ein Mietvertrag für den Leihwagen zustande kommt, müssen Mieter und Mieterinnen auch in Spanien einen gültigen Führerschein, ein weiteres Ausweisdokument – z.B. einen Reisepass – und ein Zahlungsmittel vorlegen. Die meisten Autovermietungen akzeptieren ausschließlich Kreditkarten als Zahlungsmittel, wenn der Mieter nicht im Anmietland wohnt. Die Auswahl an Autovermietungen in Spanien, bei denen man als Tourist ohne eigene Kreditkarte ein Auto anmieten kann ist recht klein. Auf jeden Fall sollte man die Bedingungen schon vor der Reise klären.

Die meisten Autovermieter bieten zusätzlich zum Mietwagen auch Kindersitze an. Der Mietpreis hierfür ist vergleichsweise hoch, so dass man prüfen sollte, ob man nicht doch lieber den Kindersitz von zu Hause mitnimmt. Viele Fluggesellschaften transportieren Kindersitze kostenlos im Handgepäck.

Oft mieten Reisende den Mietwagen in Spanien am gleichen Ort an, an dem er auch wieder abgegeben wird. Unterscheiden sich Anmiet- und Abholort, dann fallen in den meisten Fällen zusätzlich zum Mietpreis Einweggebühren an. Deren Höhe ist unter anderem abhängig von dem jeweiligen Autovermieter und auch von den gewählten Orten.

Eine Rückgabe auf einer Insel, auf der das Fahrzeug nicht angemietet wurde, ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Besonderheiten auf Mallorca, Ibiza und Menorca

Mallorca und insbesondere der Flughafen Palma sind der spanische Mietwagenstandort schlechthin. Mehr Auswahl und günstigere Preise findet man anderswo nicht. Natürlich gibt es auch in den einzelnen Urlaubsorten Standorte der Autovermietungen, aber nicht so konzentriert wie am Flughafen.

Wer ein Inselhopping auf den Balearen plant und beispielsweise mit der Fähre und dem Mietwagen von Mallorca nach Menorca übresetzen möchte, sollte sich vorher nach den Mietbedingungen der Autovermietungen erkundigen. In der Regel ist ein Verlassen der Anmietinsel mit dem Leihauto nicht gestattet. Das gilt nicht nur für Anmietungen auf Mallorca, sondern auch für Mieten auf Ibiza, Menorca und Formentera.

Besonderheiten auf den Kanaren

Auf den Kanaren gelten für viele Produkte und Dienstleistungen niedrigere Steuern als auf dem spanischen Festland bzw. auf den Balearen. Das macht sich zum Beispiel an der Tankstelle bemerkbar. Den Mietwagen auf den kanarischen Inseln betanken Sie deutlich günstiger als beispielsweise in Madrid oder Mallorca.

Wer sich nicht mit dem Besuch nur einer kanarischen Insel begnügen möchte und Inselhopping mit dem Mietwagen plant, sollte vorab sicherstellen, dass der Vermieter dies auch gestattet. Einige Autovermietungen auf den kanarischen Inseln untersagen das Verlassen der Anmietinsel mit dem Mietwagen. Eine Rückgabe des Wagens auf einer anderen als der Anmietinsel ist nur bei wenigen Vermietern gestattet und in der Regel mit zusätzlichen Gebühren verbunden.

Besonderheiten auf dem spanischen Festland

Möglicherweise möchten Sie mit dem Mietwagen auch einen Abstecher nach Portugal, Frankreich oder nach Gibraltar machen? Nicht jede Autovermietung erlaubt es, Spanien mit dem Leihauto zu verlassen. Wer eine Fahrt ins Ausland plant, sollte sich auf jeden Fall vorab erkundigen, ob das gestattet ist. Bei einigen Firmen fällt für Auslandsfahrten eine zusätzliche Gebühr an oder es ist der Abschluss einer zusätzlichen Versicherung nötig.

Abseits der großen Städte sind viele Tankstellen nur bis 20 Uhr mit Personal besetzt. Oft besteht auch danach die Möglichkeit zu tanken und direkt an der Zapfsäule mit Karte zu zahlen. Nicht immer werden dann alle ausländischen EC- oder Kreditkarten akzeptiert und oft ist die entsprechende Bedienungsanleitung ausschließlich auf spanisch zu finden.

Umweltzonen in Madrid und Barcelona

Seit 2017 können in Spanien im Falle von hoher Luftverschmutzung Umweltzonen ausgerufen werden und seitdem gibt es auch Umweltplaketten. Diese werden bis dato nur an in Spanien zugelassene Fahrzeuge vergeben. D.h. der spanische Mietwagen hat möglicherweise eine Plakette. Wer mit dem eigenen Auto aus dem Ausland einreist, darf die Umweltzonen – völlig unabhängig vom Auto – nicht befahren.

Eine dauerhafte Umweltzone wurde im November 2018 in Madrid eingerichtet. Sie umfasst den Stadtbezirk Centro mit den Stadtteilen Cortes, Embajadores, Justicia, Palacio, Sol und Universidad. Diese Umweltzone ist an den roten Linien auf der Straße und an der Beschilderung zu erkennen. Die Einhaltung wird mit Kameras überwacht.

Bei Luftverschmutzungsalarm gilt im gesamten Stadtgebiet von Barcelona montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr eine Umweltzone. Auch die umliegenden Gemeinden Sant Adrià del Besós, L’Hospitalet de Llobregat, Esplugues de Llobregat und Cornellà de Llobregat dürfen dann ohne spanische Umweltplakette nicht befahren werden. Es ist geplant, diese temporäre ab 2020 in eine dauerhafte Umweltzone umzuwandeln.

Verkehrsregeln und Bußgelder

„Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, das gilt natürlich auch für die Verkehrsregeln in Spanien. Aus diesem Grund sollte man sich mit den wichtigsten Regeln vertraut machen, bevor man sich im Urlaubsland hinter das Steuer eines Autos setzt. Wer nun – wissentlich oder nicht – gegen die Verkehrsregeln verstößt, muss mit Bußgeldern (oder härteren Strafen) rechnen. Auch das ist in Spanien nicht anders als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

Verkehrsregeln in Spanien

Die Promillegrenze in Spanien liegt bei 0,5 ‰. Für Fahranfänger bzw. Fahranfängerinnen mit weniger als 2 Jahren Fahrpraxis liegt sie bei 0,3 ‰.

Wenn durch Schilder nichts anderes angezeigt ist, dann darf man in Spanien innerhalb von Ortschaften nicht schneller als 50 km/h fahren. Außerorts beträgt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit je nach Beschaffenheit der Straße 90 bzw. 100 km/h. Auf Autobahnen sind maximal 120 km/h erlaubt.

Auf einigen privat betriebenen Autobahnen in Spanien fallen Mautgebühren an. Diese können an den Mautstellen in bar oder per Kreditkarte bezahlt werden.

Die Parkflächen sind in Spanien durch farbige Markierungen auf dem Boden gekennzeichnet. Gelbe Markierungen weisen auf ein absolutes Parkverbot hin. Blaue Markierungen stehen für gebührenpflichtige oder zeitlich begrenzte Parkflächen. An weiß markierten Stellen kann kostenfrei geparkt werden. Anwohnerparkplätze sind grün markiert.

Genau wie in Deutschland ist das Telefonieren am Steuer nur mit Hilfe einer Freisprecheinrichtung gestattet. Für Kinder mit weniger als 135 cm Körpergröße ist ein Kindersitz vorgeschrieben. Ebenso vorgeschrieben ist das Tragen von Warnwesten, wenn man (nach einer Panne oder einem Unfall) das Fahrzeug außerhalb geschlossener Ortschaften verlässt.

Bußgelder in Spanien

Bußgelder, die in Spanien verhängt werden, müssen auch bezahlt werden, wenn man selbst wieder im Heimatland ist. Man kann sich (zumindest wenn man in der EU wohnt) also nicht davor drücken. Wurde der Verkehrsverstoß mit einem Mietwagen begangen, dann werden die spanischen Behörden bei der Autovermietung um die Herausgabe der Mieterdaten bitten. In der Regel kommt dann nicht nur das Bußgeld, sondern auch eine mehr oder weniger saftige Gebühr von der Autovermietung auf einen zu.

Bußgelder für die häufigsten Verkehrsverstöße in Spanien:“

  • Höchstgeschwindigkeit überschritten: mehr als 20 km/h ab 100 Euro, mehr als 50 km/h ab 600 Euro
  • Alkohol am Steuer (Überschreiten der Promillegrenze): ab 500 Euro
  • Überfahren einer roten Ampel: mindestens 200 Euro
  • Telefonieren am Steuer (ohne Freisprecheinrichtung): ab 200 Euro
  • Sicherheitsgurt nicht angelegt: ab 200 Euro
  • Parkverstoß: bis zu 200 Euro

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