Die Türkei – Urlaub zwischen Europa und Asien

Ein beliebtes Urlaubsziel ist das Land auf zwei Kontinenten: Die Türkei. Ein kleiner europäischer Teil und das asiatische Anatolien bilden zusammen einen Staat, der neben seinen unzähligen kulturellen Sehenswürdigkeiten und seiner großen Geschichte vor allen Dingen alles Nötige mitbringt, um einen entspannten Urlaub verbringen zu können. 235 Strände mit bester Badequalität, eine lange Liste von Weltnatur- und Weltkulturerbe und gar zwei der sieben antiken Weltwunder warten in der Türkei auf Sie. Mehr als genug Gründe also, sich die Türkei einmal aus der Nähe anzusehen.

Strand bei Alanya (Türkei) von oben

Die Türkische Riviera

Die türkische Südküste, weitläufig auch als Türkische Riviera bekannt, gehört zu den beliebtesten Touristenzielen in der Türkei. Zwischen Antalya und dem Kap Anamur liegt ein ausgesprochen beliebtes Reiseziel mit Strandwetter, wo Sie teilweise sogar im Dezember noch baden können.

Antalya

Die türkische Großstadt am Mittelmeer liegt in Mitten der Pamphylien, der besonders fruchtbaren Küstenebene im Süden Kleinasiens. Regentage in Antalya sind selbst im Winter selten und die durchschnittliche Temperatur liegt sogar im Januar noch bei 15 Grad. Es könnte wahrlich schlechter sein.

Die Stadt selbst wurde 159 v. Chr. von Attalos II., dem König von Pergamon, gegründet. Seitdem wurde die Stadt von Römern, Byzantinern und Seldschuken eingenommen. Erst im 14. Jahrhundert wurde Antalya unter der Sultan Murat I. ein Teil des Osmanischen Reiches.

Das Wahrzeichen der Stadt bildet heute das sogenannte Rillen-Minarett der Yivli Minareli, eine Moschee aus dem 13. Jahrhundert. Sie gilt als eines der ersten islamischen Bauwerke in der Region. Großer Beliebtheit erfreut sich außerdem das Altstadtviertel Kaleici, weil es zum einen an den alten Hafen angrenzt, von dem man Bootstouren zu zahlreichen Zielen in der Umgebung machen kann. Zum anderen findet man dort teilweise noch Reste der alten Stadtmauer sowie viele restaurierte alttürkische Häuser.

Weitere Sehenswürdigkeiten von Antalya sind das Archäologische Museum und das Hadrian-Tor, welches im Jahr 130 n. Chr. zu Ehren des Kaisers Hadrian errichtet wurde.

Blickt man über den Tellerrand Antalyas hinaus, stellt man fest, dass die Umgebung der Stadt ideal für Aktiv-, Natur- und Badeurlauber ist. Während die einen die bergige Landschaft beim Bergsteigen, Wandern oder Trekking erkunden, können Sonnenanbeter an dem rund 290 km langen Sandstrand, der sich über die gesamte Küste zieht, entspannen und im Wasser tummeln.

Alanya

Ein weiterer Badeort an der türkischen Riviera ist Alanya.  Der Tourismus der Stadt geht auf eine mehr oder minder zufällige Höhlenentdeckung und deren Bekanntmachung bis über die Grenzen der Türkei hinaus zurück. Heute besuchen Urlauber aus aller Welt die Burg von Alanya, den roten Turm am Hafen oder den beliebten Kleopatra-Strand im Westen der Stadt.

Türkisblaues Wasser, feiner Sandstrand und die wieder befestigte Burg von Alanya im Blickfeld – all das macht den Urlaub in Alanya zu einem echten Erlebnis.

Side

Auch Side ist völlig zu recht ein beliebter Touristenort an der Türkischen Riviera. Die Geschichte der Stadt reicht etwa 3500 Jahre zurück, schon in der Antike war Side eine wichtige Hafenstadt. Heute zeugen unter anderem die Ruinen des Apollon-Tempels von der vergangenen Zeit. Aber auch die Große Therme der Stadt, das antike Theater und viele andere beeindruckenden Bauwerke lohnen einen Besuch.

Darüber hinaus lockt Side mit einem abwechslungsreichen Nachtleben und traumhaften Stränden.

Urlaub an der Lykischen Küste

Westlich von Antalya wartet die Lykische Küste auf Urlauber. Sie gehört zu den schönsten Landschaften des Mittelmeeres mit romantischen Buchten mit feinsandigen Stränden sowie türkisblauem Wasser. Viele Gebiete an der Küste sind touristisch noch weitestgehend unerschlossen.

Gleichzeitig ist die Lykische Küste für ihre antiken Stätten und Felsengräber bekannt, die teilweise im Meer versunken sind und gerade im klaren Wasser gut zu erkennen sind. Ein Highlight ist zum Beispiel die „versunkene Stadt“, von der im glasklaren Wasser die Mauerreste und Säulen zu erkennen sind. Sie sind Jahrtausende Jahre alt und gehören zum antiken Dolikhiste.

Sehenswert ist auch die Totenstadt Termessos. Sie liegt auf fast 1000 Meter Höhe inmitten des Güllük Dagi Nationalparks. Am auffallendsten sind die Ruinen des antiken Amphitheaters, von dem man einen großartigen Panoramablick auf die Berge sowie die Küste Antalyas hat. Außerdem sind in der antiken Stadt die Überreste der Verteidigungsringe, Teile der Stadtmauern sowie einige Tempel zu besichtigen.

Nach einem entspannenden Tag an unberührten Stränden, laden schließlich kleine Fischerdörfchen zum Verweilen ein. In einer von Bergen eingeschlossenen Bucht liegt zum Beispiel das Fischerörtchen Kas. Er zeichnet sich nicht nur durch einen schönen Yachthafen aus, sondern auch durch zahlreiche Restaurants und Cafés.

Marmaris

Im Südwesten der Türkei liegt an der Grenze zwischen Ägäis und Mittelmeer die kleine Stadt Marmaris, die sich in den letzten Jahrzehnten zu einer weiteren türkischen Touristenhochburg entwickelt hat.

Erste Belege der Existenz der Stadt reichen bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. zurück, wobei sie lange Zeit als florierende Handelsstadt unter dem Namen Physkos bekannt war. Den Namen Marmaris erhielt sie laut einer Legende, als Sultan Suleyman der Prächtige die Burg Marmaris Kalesi sah, die auf seinen Auftrag hin errichtet wurde, und enttäuscht aufgrund ihrer geringen Größe „Hängt die Architekten!“(„Mimar äs!“) ausrief.

Trotz eines großen Erdbebens im Jahr 1958, das nahezu die komplette Stadt zerstörte, kann man die Burg auch heute noch besichtigen. Rund um die Burg befinden sich noch einige historische Gebäude, ansonsten findet man in Marmaris lediglich typische touristische Infrastruktur mit zahlreichen Basaren und modernen Hotelanlagen.

In direkter Umgebung von Marmaris sind historische Orten wie Antik-Physkos, Amos oder Castabus zu finden.

Fährt man mit dem Mietwagen etwas weitere ins Landesinnere, hat man die Möglichkeit, eine Seltenheit zu „erriechen“ – Styraxbäume, deren Harz nicht nur zur Herstellung von Weihrauch dient sondern auch in zahlreichen medizinischen und kosmetischen Produkten enthalten ist. Fährt man von Marmaris aus ca.200 km weiter ins Landesinnere, gelangt man zu einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Türkei – den Kalksinterterrassen von Pamukkale.

Die Kalksteinterassen von Pamukkale

Wenn es einen schönsten weißen Fleck auf einer türkischen Landkarte geben kann, dann sind das ganz bestimmt die Kalksteinterrassen von Pamukkale in der Nähe der Stadt Denisli.

Seit Jahrtausenden fließt hier heißes Wasser in Richtung einer Felskante. Wenn das Wasser abkühlt, setzt sich Kalk ab und dadurch entstand bzw. entsteht immer noch die heute so bekannte märchenhafte Landschaft, die seit 1988 zum Welterbe der UNESCO gehört.

Schon vor etwa 2000 Jahren kamen Menschen mit Kreislaufproblemen sowie Rheuma- und Herzpatienten nach Pamukkale, die sich von dem dortigen Quellwasser Linderung für ihre Leiden erhofften. Heute können Besucher dagegen nicht mehr so unbeschwert im warmen Thermalwasser der Naturbassins baden.

Die vielen Touristen haben den Kalkstein in den vergangenen Jahren immer mehr beschädigt, sodass das Baden heute verboten ist. Lediglich in einem künstlich angelegten, flachen Betonbecken dürfen Touristen ein Bad im rund 35 Grad heißen Wasser nehmen. Eine Maßnahme, die für den Erhalt der Kalksteinterrassen leider unverzichtbar ist.

Izmir

Wer in seinem Urlaub in der Türkei eines Strandurlaub mit den Vorzügen einer geschichtsträchtigen, aber modernen Großstadt verbinden möchte, für den empfiehlt sich ein Aufenthalt in der „Perle der Ägäis“, der Stadt Izmir (ehemals Smyrna). Mit knapp 3 Millionen Einwohnern ist die drittgrößte Stadt der Türkei.

Kulturbegeisterte können hier die Agora bestaunen, auf dem „Kemeraltı Bazaar“ einkaufen, oder mit dem Schiff einen Ausflug zu den nahe gelegenen griechischen Inseln Samos und Chios machen. In der näheren Umgebung gibt es weitere Städte und Sehenswürdigkeiten, wie die Ruinen von Ephesos oder den antiken Orakelort Klaros.

Da sich viele sehenswerte Orte nicht nur in Izmir selbst, sondern auch im Umkreis von 100 km um die Stadt herum befinden, ist es lohnenswert, sich nach der Ankunft am südlich der Stadt gelegenen Adnan Menderes Flughafen bei einer Autovermietung einen Mietwagen auszuleihen, der dann für Ausflüge z.B. in den Badeort Kusadasi während des Urlaubes genutzt werden kann.

Izmir kann auf eine über 5000jährige Geschichte zurückblicken, deren Spuren trotz mehrerer Verwüstungen durch Eroberung bzw. Erdbeben im ganzen Stadtgebiet zu finden sind. So kann man z.B. die Überreste der Agora des antiken Smyrna, ein Atatürk-Denkmal auf dem Cumhuriyet-Platz, das Basarviertel Kemaralti mit seinen Karawansereien und der Hisar-Moschee von 1597 oder das Wahrzeichen der Stadt, den Uhrturm Saat Kulesi besichtigen. Auch der auf den Überresten verschiedener bei Bränden und Unruhen im Jahr 1922 zerstörter Stadtteile errichtete Kulturpark sollte bei einer Sightseeing-Tour nicht ausgelassen werden, da das Messegelände mit einem Zoo, einem See, verschiedenen Cafés und Parkanlagen, einem Theater und einem Kunstmuseum das kulturelle Zentrum der Stadt darstellt.

Kappadokien

Das Besondere an der Landschaft Kappadokien in Zentralanatolien ist ihr bizarres Erscheinungsbild. Vor mehr als 50 Millionen haben zwei aktive Vulkane die Landschaft mit einer dicken Lavaschicht bedeckt, aus der im Laufe der Jahre unterschiedliche Härten von Tuffgestein entstanden sind. Das Ergebnis ist eine abstrakte Gesteinslandschaft, die Pilzen, Kaminen und Zipfelmützen gleicht. Seit 1985 gehört die Region zum Weltkulturerbe der UNESCO, in der übrigens heute noch Menschen in Höhlen aus Lavagestein leben.

Zu den beeindruckendsten Orten Kappadokiens gehört Göreme, der im gleichnamigen Nationalpark liegt. Die Gemeinde ist von besonders markanten Tuffsteinformationen umgeben, die durch Wind- und Wassererosionen entstanden sind und riesigen Felsnadeln ähneln. Sie werden Feenkamine genannt und wurden früher zum Teil ausgehöhlt, damit sie als frühchristliche Kirchen oder für Wohnzwecke genutzt werden konnten. Einige von ihnen sind heute für Besucher zugänglich.

Ein Highlight, das in Göreme alles toppt, ist eine Fahrt mit einem Heißluftballon. Sie kann direkt vor Ort gebucht werden und ist absolut zu empfehlen. Die Ballons steigen jeden Morgen zwischen April und Dezember in den Himmel, und wenn man erstmal oben angekommen ist, hat man einen atemberaubenden Blick auf die Märchenlandschaft aus Zipfelhäusern.

Ankara

Die türkische Hauptstadt Ankara gehört nicht unbedingt zu den beliebtesten Reisezielen ausländischer Touristen. Trotzdem gibt es viele Gründe die Metropole zu besuchen!

Als politisches Zentrum des Landes kann Ankara mit dem hochmodernen Esenboga Airport aufwarten, an dem man sich bei einer der zahlreichen Autovermietungen einen Mietwagen für eine bequeme Fahrt in die 28 km südlich gelegene Stadt und weitere Ausflüge in die Umgebung Ankaras mieten kann.

Die geschichtlichen Wurzeln der Stadt reichen bis ins 3 Jhd. a.Chr. zurück, das heutige Ankara (ursprünglich Angora) entstand aber erst seit Beginn der türkischen Befreiungskriege um 1920.

Ankara bietet eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, wobei Orte wie das Mausoleum Anıtkabir, die riesige Kocatepe-Moschee oder auch die Zitadelle der Stadt zum absoluten Pflichtprogramm gehören. Rund um die Zitadelle finden sich in den verwinkelten Gassen der Altstadt und im angrenzenden Stadtzentrum eine Vielzahl weniger bekannter, aber ebenso interessanter Attraktionen wie z.B. Die Hacibayram-Moschee mit angeschlossenem Mausoleum. Neben der Moschee befindet sich eine weitere Attraktion Ankaras, die Ruinen eines römischen Augustus-Tempels, einer Therme und die 15m hohe Julianssäule.

Wer einmal Kultur auf eine etwas andere Art erleben möchte, sollte den Besuch Ankaras dazu nutzen, einmal zum 2006 geschlossenen Zentralgefängnis der Stadt zu fahren, in dem das Leben als Gefangener veranschaulicht wird. Wen die allgegenwärtige Beklemmung im eigentlich weitläufigen Gefängniskomplex noch nicht ausreicht, kann auf dem Hof noch einen Galgen besichtigen.

Natürlich gibt es in Ankara auch wesentlich aufmunterndere Orte wie die zahlreichen Museen, Opern-und Theaterhäuser, Shoppinggelegenheiten und verschiedene liebevoll angelegte und gepflegte Parks.

Istanbul

Kontrastreich, voller Abwechslung und mit einzigartigem Charme – so präsentiert sich die bevölkerungsreichste Stadt der Türkei: Istanbul.

Die Großstadt ist zwar offiziell nicht Hauptstadt der Türkei, wohl aber ihr kulturelles Zentrum. Neben zahlreichen Theatern und Opernhäusern gibt es in Istanbul auch unzählige Museen: einige der bekanntesten sind das Museum für türkische und islamische Kunst und das Museum Istanbul Modern.

Wahrzeichen der Stadt sind neben dem Leanderturm (ein Leuchtturm aus dem 18. Jahrhundert) die ehemalige Moschee Hagia Sophia und die in Europa so genannte „Blaue Moschee“, die eigentlich Sultan-Ahmed-Moschee heißt. Weitere sehenswerte Bauten wie die Cisterna Basilica, die osmanische Festung Rumeli Hisarı oder der Beylerbeyi-Palast begeistern Jahr für Jahr die Besucher der Stadt.

Neben seiner beeindruckenden historischen Seite gibt es in Istanbul außerdem viele moderne und westliche Einflüsse. Der Istanbul Otodrom Circuit beispielsweise lockt zusätzlich Touristen in die Stadt. Die deutlich gestiegene Wasserqualität lässt Urlauber in und um Istanbul an vielen Stränden ganz entspannt baden gehen.

2 Kommentare zu „Die Türkei – Urlaub zwischen Europa und Asien“

  1. Ich freue mich so sehr das erste mal in die Türkei zu reisen, es geht nach Antalya über Silvester, empfehlt Ihr für einen Urlaub im Zentrum von Antalya ein Mietwagen? Wir bleiben über 9 Nächte und sind uns noch nicht schlüßig

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