Ortsteile in Berlin: Friedrichshain

Oberbaumbrücke zwischen Kreuzberg und Friedrichshain, Berlin, DeutschlandBerlin Friedrichshain ist heute ein Teil des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Von 1920 bis zur Verwaltungsreform im Jahr 2001 war Friedrichshain ein eigenständiger Stadtbezirk.

Den Namen hat der Ortsteil vom Volkspark Friedrichshain, der sich im Norden des Bezirks an der Grenze zu Prenzlauer Berg befindet.

Beliebt ist Friedrichshain sowohl bei Berlinern als auch bei Touristen für seine alternativen Kultureinrichtungen oder als Ausgeh-Viertel. Darüberhinaus hat der Ortsteil auch die eine oder andere Sehenswürdigkeit zu bieten.

Friedrichshain war ein klassischer Arbeiter-Bezirk und geprägt von einer Bebauung mit Mietskasernen aus der Gründerzeit. Diese Bebauung ist immer noch typisch für den östlichen Teil des Ortsteils rund um die Bahnhöfe Ostkreuz und Warschauer Straße. Im äußersten Westen von Friedrichshain findet man heute überwiegend Plattenbauten aus den 1970er und 1980er Jahren.

Sehenswürdigkeiten in Friedrichshain

Zu den international berühmtesten Sehenswürdigkeiten in Friedrichshain gehört mit Sicherheit die Eastside Gallery. Hierbei handelt es sich um ein 1,3 Kilometer langes Stück der Berliner Mauer, welches von verschiedenen Künstlern gestaltet wurde. Es handelt sich dabei um das längste erhaltene Teilstück – seit November 1991 steht es unter Denkmalschutz. Die East Side Gallery befindet sich entlang der Mühlenstraße zwischen der Oberbaumbrücke und dem Ostbahnhof.

Ebenfalls sehenswert und viel besucht ist die Oberbaumbrücke über die Spree, die die Ortsteile Friedrichshain und Kreuzberg verbindet. Das Bauwerk aus rotem Backstein ist ein beliebtes Fotomotiv.

Keine Sehenswürdigkeit im eigentlichen Sinne, aber trotzdem immer gut besucht ist das Berghain. Immerhin handelt es sich hier um einen der besten und bekanntesten Technoclubs der Welt. Das imposante Gebäude (es ist ein ehemaliges Fernheizwerk) befindet sich in der Nähe des Ostbahnhofs.

Hauptverkehrsader und Sehenswürdigkeit zugleich ist die Karl-Marx-Allee. Zwischen Straußberger Platz und Frankfurter Tor entstand auf ca. 2 Kilometern zwischen 1952 und 1960 eine monumentale Straßenbebauung im sowjetischen Zuckerbäckerstil.

Ganz in der Nähe befindet sich mit dem Hochhaus an der Weberwiese ein weiteres sehenswertes Bauwerk. Es gilt als erstes sozialistisches Gebäude in Berlin.

Erholungssuchende werden im namensgebenden Volkspark Friedrichshain fündig. Die Grünanlage entstand bereits 1846 und war damals die erste kommunale Parkanlage der Stadt. Errichtet wurde der Park nach einer Idee des berühmten preußischen Gartenkünstlers Peter Joseph Lenné zu Ehren Friedrichs II – daher stammt auch der Name. Der Park bietet nicht nur Erholungsflächen, sondern beherbergt auch den Friedhof der Märzgefallenen und das Krankenhaus Friedrichshain. Ebenfalls im Park zu finden ist einer der schönsten Brunnen Berlins: der Märchenbrunnen.

Schon von weitem sichtbar sind die beiden Trümmerberge im Volkspark Friedrichshain. Sie bestehen aus den gesprengten Resten zweier Flaktürme, die 1941 im Park gebaut wurden. Nach der Sprengung wurden die Lücken mit Bauschutt aufgefüllt – daraus entstanden dann der „Kleine Bunkerberg“ (68 Meter hoch) und der „Große Bunkerberg“ (78 Meter hoch).

Die meisten Besucher kommen nicht wegen der Bauwerke, sondern wegen der Clubs, Bars und Kneipen nach Friedrichshain. Besonderer Anziehungspunkt ist dabei das RAW-Gelände in der Nähe des S-Bahnhofs Warschauer Straße. Auf dem Gebiet des ehemaligenReichsbahn-Ausbesserungs-Werks findet man heute eine Gallerie, eine Skate- und eine Boulderhalle sowie zahlreiche Clubs und Bars. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich die Simon-Dach-Straße mit ihren zahlreichen Restaurants und Cafés.

Geschichte Friedrichshains

In seiner jetzigen Ausdehnung besteht der Ortsteil Friedrichshain seit 1938. Bereits 1920 wurde mit der Gründung von „Groß-Berlin“ auch der Bezirk Friedrichshain gegründet. Er bestand zum größten Teil aus dem Gebiet der Stralauer Vorstadt, der Gegend um das Vorwerk Boxhagen und der Halbinsel Stralau. 1938 wurden ihm Teile des Bezirks Lichtenberg eingegliedert – seitdem existiert der Bezirk bzw. Ortsteil in seinen heutigen Grenzen.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts haben sich immer mehr Industriebetriebe auf dem Gebiet niedergelassen. Vorher war die Gegend eher ländlich geprägt und wurde vom Gartenbau dominiert.

Nach Ende des 1. Weltkrieges war Friedrichshain eine Hochburg der Kommunisten und Sozialdemokraten. Die Nationalsozialisten benannten den Bezirk 1933 in Horst-Wessel-Stadt um – nach einem Friedrichshainer Nationalsozialisten, der von Kommunisten getötet wurde. Im 2. Weltkrieg wurden dann große Teile von Friedrichshain durch Luftangriffe zerstört.

Nach Kriegsende 1945 wurde der Bezirk wieder zurück in „Friedrichshain“ umbenannt. Friedrichshain befand sich im sowjetischen Sektor und grenzte direkt an die Berliner Mauer.

In den Jahren der deutschen Teilung wurden unter anderem die „Stalinbauten“ entlang der (heutigen) Karl-Marx-Allee gebaut und es entstanden die Plattenbauten im Westen des Bezirks.

Der Fall der Mauer 1989 bedeute eine einschneidende Veränderung in Friedrichshain. Die vielen leerstehenden (teils verfallenen) Altbauten zogen Hausbesetzer und Künstler an. Es entstanden alternative Kultureinrichtungen, Bars, Kneipen und Clubs. Die Gegend rund um die Simon-Dach-Straße entwickelte sich zum Kneipenviertel.

Verkehr in Friedrichshain

Parkplätze sind in Friedrichshain oft rar, die Straßen im Berufsverkehr verstopft und eigentlich wird immer irgendwo gebaut. Wer kann, bewegt sich hier nicht mit dem eigenen Auto, sondern zu Fuß, mit dem Rad oder per Nahverkehr vorwärts. So spart man sich auch die Parkgebühren, denn im überwiegenden Teil von Friedrichshain gibt es eine Parkraumbewirtschaftung.

öffentlicher Nahverkehr in Friedrichshain

Als Innenstadtbezirk ist Friedrichshain sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr Berlins und auch an den Fern- und Regionalverkehr angebunden.

Fernverkehrszüge halten an den Bahnhöfen Ostkreuz und Ostbahnhof. Von diesen Bahnhöfen kommt man nicht nur ins Brandenburger Umland, sondern mit dem Flixtrain bis nach Stuttgart oder mit dem ICE vom Ostbahnhof nach Frankfurt, Aachen oder in die Schweiz.

Von den Linien der Berliner S-Bahn halten insgesamt 9 an den Bahnhöfen im Ortsteil Friedrichshain. Drüber hinaus quert die U-Bahnlinie 5 Friedrichshain und die U-Bahn-Linien 1 und 3 starten bzw. enden hier am U-Bahnhof Warschauer Straße. Außerdem kommt man mit Bussen und Straßenbahnen im Friedrichshain voran.

Wem das noch nicht reicht, der kann mit dem „Berlkönig“, dem Ridesharing-Dienst der BVG, durch den Friedrichshain oder Richtung Stadtmitte fahren.

Mietwagen und Carsharing in Friedrichshain

Friedrichshain liegt komplett innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings und damit im Gebiet aller Carsharing-Anbieter, die es in Berlin gibt. Dazu gehören die Anbieter ohne feste Stationen wie Car2Go / DriveNow, Miles und Sixtshare. Aber auch Carsharing-Firmen mit festen Stationen findet man hier, z.B. Ubeeqo, Flinkster oder Greenwheels.

Büros der großen Autovermietungen wie z.B. Avis, Europcar, Hertz und Sixt findet man in Friedrichshain nicht – dazu muss man in die Nachbarbezirke Lichtenberg oder Mitte fahren. Wem das zu weit ist, der kann sich von den meisten Autovermietungen einen Mietwagen zum Ostbahnhof in Berlin Friedrichshain zustellen lassen. Der Fahrzeugschlüssel wird dann im Reisezentrum der Deutschen Bahn hinterlegt.

 

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