Berlin Wilmersdorf – von wegen spießig

Ortsteil Berlin WilmersdorfDie Büros von Mietwagen24 befinden sich in Berlin und als echte Lokalpatrioten möchten wir Berlinern und Touristen nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern auch die nicht so bekannten Ecken näher bringen. Unsere Serie „Berliner Ortsteile“ beginnt heute mit Wilmersdorf im Westen der Stadt.

Gutbürgerlich und spießig sind zwei Vorurteile, die man sich als Wilmersdorfer (Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf) immer wieder anhören müssen. Zugegeben, ein Fünkchen Wahrheit ist ja dran. Wilmersdorf hat viele Grünanlagen und mit der Nähe zum Grunewald ein sehr gutes Naherholungsgebiet zu bieten. Zudem zeichnet sich der Ortsteil in der City West größtenteils durch gepflegte Wohnstraßen aus eleganten Wohnhäusern der 20er und 30er Jahre sowie modernisierten Altbauten aus. Dennoch: Wer Wilmersdorf kennt, der weiß, dass der Ortsteil alles andere als konservativ und langweilig ist. Im Gegenteil – Wilmersdorf ist ein Treffpunkt für internationale Vielfalt. Nicht nur gastronomisch, sondern auch kulturell. Überzeugen Sie sich selbst vom gemütlichen Kiez-Charme und multikulturellem Großstadt-Flair in Wilmersdorf.

Kurzer Abriss der Geschichte

Wann der Ortsteil Wilmersdorf gegründet wurde, ist nicht bekannt. Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Wilmerstorff stammt aus dem Jahr 1293. Damals befand sich das Dorf im Besitz der Uradelsfamilie von Wilmersdorff. Während des 13. und 14. Jahrhunderts waren es vor allem Siedler aus Schwaben, Thüringen, Westfalen und Flandern, die das Land um Wilmersdorf sowie Schmargendorf landwirtschaftlich bebauten. Neben der Landwirtschaft war der Fischfang im damaligen Wilmersdorfer See die Haupteinnahmequelle der Region. Nach häufigen Wechseln der Besitzverhältnisse wurde Wilmersdorf schließlich zu einem landesfürstlichen Dominalgut.

In der Mitte des 18. Jahrhunderts zog es vermehrt Berliner nach Wilmersdorf bzw. in die Wilhelmsaue. Sie errichteten dort ihre Sommerresidenzen, um dem Trubel der immer schneller wachsenden Hauptstadt Preußens zu entfliehen.

Der Weg zur Großstadt begann für Wilmersdorf mit den Plänen des Stadtentwicklers Johann Anton Wilhelm von Carstenns, der nach Gründung des Kaiserreiches 1871 eine sich schnell ausdehnende Großstadt vorhersagte. Deshalb wollte er aus Berlin und Potsdam eine Stadt machen, die durch den Grunewald als Park miteinander verbunden werden sollten. Er kaufte viele Ländereien und ließ unter anderem die Kaiserallee (heute Bundesallee) sowie ein System aus Straßen und Plätzen anlegen. Obwohl sein Plan einer Landhaussiedlung aufgrund finazieller Engpässe nicht realisiert werden konnte, erfolgte um 1890 die Bebauung der gesamten Wilmersdorfer Fläche mit Schulen, Kirchen und später auch mit prächtigen U-Bahnhöfen (Wittenbergplatz, Heidelberger Platz, Rüdesheimer Platz). Die Bevölkerungszahl von damals etwa 5.000 Menschen wuchs auf 100.000 an. Im Jahr 1906 erhielt Wilmersdorf das Stadtrecht – 19020 erfolgte die Eingemeindung nach Berlin.

Während des 2. Weltkriegs gingen viele Künstler und Intellektuelle aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ins Exil. Wilmersdorf wurde zum Standort einiger Verwaltungszentren des NS-Staates. Die meisten Gebäude von ihnen entstanden am Fehrbelliner Platz, so zum Beispiel das Gebäude der Deutschen Arbeitsfront (DAF) und der Reichsgetreidestelle.

Nach dem 2. Weltkrieg ging der Wiederaufbau des vielerorts zerstörten Wilmersdorfes aufgrund der wenigen Mittel nur schleppend voran. Erst zum Ende der 70er wurden verstärkt die Plätze des Ortsteils wieder hergerichtet. So gehören der Fasanen-, Prager, Ludwigkirch-, Henrietten- oder Rüdesheimer Platz in der Innenstadt heute wieder zu beliebten Aufenthaltsorten.

Wilmersdorf heute

Wilmersdorf ist einer der grünsten Stadtteile Berlins. So teilt sich der Ortsteil gemeinsam mit Zehlendorf den Forst Grunewald. Er macht fast die Hälfte der Fläche von Wilmersdorf aus und ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für Berliner. Auch wenn sich das Stadtbild von Wilmersdorf seit der Fusion mit Charlottenburg etwas verändert hat, ist der Berliner Ortsteil ein größtenteils vornehmer und gepflegter Wohnbezirk. Die Gegend besteht zum einen aus wunderschönen Wohnhäusern der 20er und 30er Jahre sowie aus sanierten Altbauten im wilhelminischen Stil. Zum anderen gibt es die lebendige Wilmersdorfer Innenstand rund um die Wilmersdorfer Straße sowie den Fehrbelliner Platz, an dem sich heute das größte Berliner Verwaltungszentrum, die BfA, und das Rathaus Wilmersdorf befinden. Gleichzeitig haben wissenschaftliche sowie kulturelle Einrichtungen in Wilmersdorf ihren Standort, darunter das Wissenschaftskolleg, das Max-Planck-Institut sowie zahlreiche Galerien und Theater.

Was es in Wilmersdorf zu erleben gibt

Obwohl viele mit Wilmersdorf immer noch den alten Westen, Gutbürgerlichkeit und Wohlstand verbinden, befindet sich der Ortsteil im Wandel. Immer mehr wird Wilmersdorf vom kreativen und offenen Lebensstil junger Familien geprägt, der so gar nichts mit dem gewohnten Konservativismus zu tun hat. Heutzutage ist der Ortsteil mit seinen Galerien und seiner multikulturellen Gastronomie ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt.

Gastronomisches Angebot

In Wilmersdorf gibt es eine riesige Anzahl an Cafés, Bars und Restaurants. Eine beliebte Ausgehmeile befindet sich zum Beispiel rund um den Olivaer sowie den Ludwigkirchplatz. Zwei ebenfalls sehr beliebte Ecken von Wilmersdorf sind in der Nähe der Güntzelstraße sowie in der Umgebung des Rüdesheimer Platzes.

Eine kleine Auswahl an Cafés & Restaurants

  • Eiscafé Monheim (Blissestr. 12): älteste Eisdiele Berlins
  • Parkcafé Pusteblume
  • Manzini (Uhlandstraße 173)
  • Benedict (Pariser Straße 46): 24/7 Frühstücksrestaurant
  • Rheingauer Weinbrunnen (Rüdesheimer Platz): während der Sommermonate Ausschank von Wein und Sekt aus dem Landkreis Rheingau-Taunus
  • Marooush (Knesebeckstr. 48): arabische Küche
  • Grüne Lampe (Uhlandstraße 51)

Kulturelle Einrichtungen in Wilmersdorf

  • Bar jeder Vernunft (Schaperstr. 24)
  • Haus der Berliner Festspiele (Schaperstr. 24)
  • Theater Coupé (Hohenzollerndamm 177)
  • Schaubühne am Lehniner Platz

Parks und Grünanlagen in Wilmersdorf und Umgebung

  • Volkspark
  • Grunewald (Grunewaldturm an der Havel)
  • Teufelsberg (verfallene US-amerikanische Abhörstation); zudem beliebt bei Mountainbikern, Wanderern, Rodlern
  • Drachenberg (Aussichtspunkt)
  • Preußenpark (Thaipark mit vielen thailändischen Köstlichkeiten; bevorzugt am Wochenende)
  • Ökowerk am Teufelssee

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