Schadenersatz für falsch betankten Mietwagen

Zapfsäulen an TankstelleHäufiger als man vielleicht denkt greifen Automieter an der Tankstelle zum falschen Zapfhahn und füllen den Tank des Mietwagens mit Diesel statt Benzin. Die andere Variante (Diesel bei einem Fahrzeug mit Otto-Motor) ist beinahe ausgeschlossen, da die Diesel-Tankstutzen an den Zapfsäulen nicht in die Tanköffnung der Benziner passen.

Merkt man das rechtzeitig, dann muss der Tank „lediglich“ ausgepumpt werden.

Wie viel kostet Tank auspumpen?

In Deutschland fallen dafür inklusive Anfahrt und Entsorgung des Kraftstoffs ca. 150 Euro bis 350 Euro an.

Richtig teuer wird es, wenn den Fahrern oder Fahrerinnen der Irrtum nicht rechtzeitig auffällt und der Motor gestartet wird. Da sich der Kraftstoff dann im gesamten System verteilt nimmt es Schaden und es muss mindestens das Einspritzsystem ausgetauscht werden.

Motor gestartet, was nun?

Die Kosten für das Abschleppen, Abpumpen, Reinigen und das Ersetzen bzw. die Reparatur von Teilen muss der Mieter oder die Mieterin tragen. Dies gilt auch dann, wenn die Mitarbeiter der Autovermietung bei der Übergabe nicht explizit auf den zu tankenden Kraftstoff hingewiesen haben.

Das sagt das Amtsgericht München

Die Kundin einer Autovermietung erhielt zuerst ein Fahrzeug mit Benzinmotor, welches später gegen einen anderen Leihwagen mit Dieselmotor ausgetauscht wurde. Dieses zweite Fahrzeug betankte sie fälschlicherweise mit Benzin und startete den Motor ohne diesen Irrtum zu bemerken. Kurz danach blieb der Mietwagen dann aufgrund der Falschbetankung liegen und musste abgeschleppt werden.

Ein Sachverständiger schätzte den Schaden auf 1080,57 Euro. Diesen Betrag zuzüglich der Kosten für den Sachverständigen (45 Euro) und einer Aufwandpauschale (25 Euro) stellte die Autovermietung der Frau in Rechnung.

Diese weigerte sich zu zahlen und begründete dies damit, dass ihr bei dem Austausch des ursprünglich angemieteten Fahrzeug ein gleichwertiger Wagen zugesichert wurde und dass Sie bei der Übergabe des zweiten Autos nicht auf den Dieselmotor hingewiesen wurde.

Das Amtsgericht München stellte dann fest, dass Mieter eine Nachforschungs- und Sorgfaltspflicht hinsichtlich der Kraftstoffart des Mietwagens haben. Es ist die Pflicht der Mieter sich bei der Fahrzeugübernahme mit der Handhabung und den nötigen Betriebsmitteln des Fahrzeugs vertraut zu machen. Zudem war auf dem Tankdeckel des falsch betankten Autos der Hinweis „Diesel“ angebracht.

Wie vermeide ich Fehler beim Tanken?

Wer sich unsicher ist mit welchem Kraftstoff der aktuelle Mietwagen zu betanken ist, hat in der Regel folgende Möglichkeiten:

  • Blick in den Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I): im Punkt P3 ist die Kraftstoffart bzw. Energiequelle genannt
  • Blick auf den Tankdeckel – normalerweise findet man bei Diesel-Mietwagen dort einen Aufkleber mit dem Hinweis „Diesel“ (manche Autovermietungen kleben einen solchen Hinweis auch auf das Armaturenbrett und vermerken die Kraftstoffart auf dem Schlüsselanhänger)
  • Nachfragen bei der Autovermietung – falls man bei der Fahrzeugübernahme nicht daran gedacht hat, kann man bei den meisten Vermietern die Kraftstoffart auch später noch telefonisch erfragen

 

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