Friedrichsfelde – Tierpark meets Plattenbau

Berlin Ortsteil FriedrichsfeldeDer Ortsteil Friedrichsfelde gehört zum Berliner Bezirk Lichtenberg und erscheint auf den ersten Blick etwas eigenwillig. Den Eindruck prägen zuerst einmal die vielen Plattenbauten. Hat man sich jedoch etwas eingelebt, dann entdeckt man die Vorzüge von Friedrichsfelde, zu denen nicht nur die Grünflächen und denkmalgeschützten Gebäude, sondern auch eine aufstrebende Kiezkultur gehören. Außerdem ist der Ortsteil über die S-Bahnhöfe „Friedrichsfelde Ost“ und „Betriebsbahnhof Rummelsburg“ sowie über die beiden U-Bahnhöfe „Friedrichsfelde“ und „Tierpark“ sehr gut mit anderen Berliner Bezirken verbunden.

Eine kurze Zeitreise

Friedrichsfelde hieß ursprünglich Rosenfelde, erstmals urkundlich erwähnt im April 1265. Damals war Friedrichsfelde noch ein Dorf, das von niederdeutschen Siedlern gegründet wurde.

Im Jahr 1685 wurde das Schloss Rosenfelde (das heutige Schloss Friedrichsfelde) für den kurbrandenburgischen Marinedirektor erbaut. Seit seiner Grundsteinlegung erfuhr das frühklassizistische Schloss unter verschiedenen Schlossherren eine abwechslungsreiche Geschichte. Bekannte Besucher auf dem Schloss waren ihrer Zeit zum Beispiel Napoleon Bonaparte, Zar Alexander I. und König Friedrich August I.

Die Eingliederung nach Groß-Berlin erfolgte 1920 – zwischen 1926 und 1930 entstand in Friedrichsfelde eine der ersten deutschen Plattensiedlungen, die Splanemann-Siedlung. Im Jahr 1945 war der Berliner Ortsteil Friedrichsfelde sogar für einige Zeit der Sitz der Kommandantur der Roten Armee.

Friedrichsfelde heute

Obwohl es in Friedrichsfelde immer noch reichlich Plattenbauten gibt, hat der Ortsteil in den vergangenen Jahren einen Wandel durchlebt. Viele der einst unansehnlichen DDR-Bauten wurden saniert und haben einen farbenfrohen Anstrich angekommen. Zudem findet man zwischen den Betonbauten immer noch einige denkmalgeschützte Gebäude aus dem 19. Jahrhundert.

Zur Auflockerung der Plattenbaulandschaft sorgt an vielen Ecken eine auffällige Begrünung. Viele Wohngegenden sind von großzügigen Grünflächen durchzogen. So zum Beispiel auch das Sewanviertel (ehemaliges „Hans-Loch-Viertel“) in Friedrichsfelde-Süd, in dem heute viele Familien mit Kindern leben.

Obwohl Nord-Friedrichsfelde rund um die Kieze Charlotten- und Alfred-Kowalke-Straße ein wenig städtisches Engagement gut tun würde, verfügt der nördliche Teil mit dem Tierpark über einen bekanntes und beliebtes Naherholungsgebiet. Auf dem rund 160 Hektar großen Areal befinden sich großflächige Wiesen und schattenspendende Baumgruppen in unmittelbarer Nähe zu den Tiergehegen. Insgesamt leben in dem Landschaftstiergarten mehr als 9.000 exotische Tiere. In dem Eintrittspreis für den Tierpark ist außerdem das Schloss Friedrichsfelde mit inbegriffen. Das Schloss kann ohne Führung besichtigt werden und beherbergt interessante Ausstellungen, darunter die 330-jährige Schlossgeschichte in Bildern. Außerdem lädt der angrenzende Garten zum Verweilen ein.

Im Westen von Friedrichsfelde hat sich in dem Viertel „Neu-Lichtenberg“ in den vergangenen Jahren so etwas wie eine kreative Szene etabliert. Westlich des U-Bahnhofes gibt es neben Plattenbauten auch eine Reihe von Mietshäusern aus den 20er und 30er Jahren.

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